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Õunapuu Ervin
Die stinkenden Handschuhe des Chefs
Kurzgeschichten
Format 14,5cm x 22cm, Hartpappeeinband
ISBN 3-900050-34-1; 114 Seiten; EUR 20,00
Aus dem Estnischen übersetzt von Irja Grönholm, Berlin.
Titel der estnischen Originalausgabe: Eesti Gootika, Verlag Varrak, Tallin 1999, Eesti Gootika II, Verlag Umara, Tallinn 2004
Das Multitalent Ervin Ounapuu, Schriftsteller, Filmemacher sowie zu den gefragtesten Künstrlern Estlands zählend, erhebt in seiner Kurzprosa eine ganz eigene Stimme, die so im estnischen Literaturkontext noch nicht gehört wurde.
Seine Kurzgeschichten sind dicht gepackt, grotesk zuweilen, mit einer Prise bissen Humors versehen und durchaus als Gesellschaftskritik zu verstehen.
Eine Rezension von Mathias Biskupek (EULE)
Ervin Ounapuu hingegen ist zumindest von Normallesern zu verstehen, selbst wenn man nicht weiß, daß des Autors Name auf deutsch Apfelbaum lautet. Die Estnisch-Übersetzerin Irja Grön-holm hat Die stinkenden Handschuhe des Chefs (edition innsalz) in ein klares Deutsch gebracht, das die gruseligen, grotesken Geschichten um so seltsamer anmuten läßt. „Adenauer erwachte.“ So der erste Satz einer solchen Geschichte. Deutsche könnten sich heimisch fühlen – doch dieser „Adenauer“, ein trinkfreudiger estnischer Musikant, erwacht schließlich auf einem Fried-hof, wo in der Erde Schnapsflaschen liegen. Sowohl Deutsche als auch Ostdeutsche könnten dies als abseitigen Einfall ansehen. Kenner sowjetischer Wirklichkeiten hingegen verorten diese Ge-schichte sehr genau: In die Zeit der Gorbatschowschen Prohibition, wo man Schnaps vor allem in den Grünanlagen des weiten Sowjetlandes zu finden wußte. |