Bast Markus 

Gschriebm wia gredt

Gedichte in unterinnviertler Mundart

Format 14,5 x 22 cm; Hardcover; 127 Seiten; ISBN 3-900050-47-3; Preis: EUR 14,50; 2005

 

Beinahe im Jahrestakt lässt der gebürtige Innviertler Markus Bast mit einer neuen Buchveröffentlichung aufhorchen.
In seinem vierten Buch befasst er sich ausschließlich mit der Mundart. Die Erhaltung des „Unterinnviertler Dialekts“, wie er es gerne nennt, ist dabei Motivation und Anliegen.
In „Gschriebm wia gredt“, so der Titel seines neuen Werkes, erzählt er in „halb-phonetischer“ Schreibweise eindrucksvoll aus dem Lebensradl eines Innviertlers.
Leidenschaftlich gibt er seine Gedanken in gereimter und ungereimter Form wieder. Markus Bast ist ein Denker. Ein Vor-Denker, Rück-Denker, Nach-Denker, Mit-Denker und Quer-Denker. Dementsprechend ist sein Werk in Kapiteln
eingeteilt, zieht sich das Thema „denga“ wie ein
roter Faden durch das ganze Buch. Gefühlvoll blickt er in den ersten Kapiteln zurück in seine Heimat, dem Innviertel, auf indheitserinnerungen längst vergangener Tage. So lässt er die Zeit noch einmal lebendig werden. Er denkt aber auch schelmisch über die Liebe, ihre Vielfalt,ihre Reize und Herausforderungen nach. Ironisch-vorausschauend, aber auch bewegend-nachdenklich, nimmt er im Kapitel „Zan mitdenga“ den Zeitgeist aufs Korn, widmet darin unter dem Titel „Geh nu ned“ seiner 95jährigen Mutter ein rührendes Gedicht. Im letzten Kapitel „Raunzn und schmunzn“ bewegt er sich humorig-zynisch
quer durch seine Gedankenwelt, kritisiert da und dort und lässt seine große Lebenserfahrung einfließen.

Markus Bast zählt zu den Mitgliedern der Gruppe “neue mundart”, geht aber auch den Weg der herkömmlichen Schreibung. Er nimmt in seinem Buch jedoch keine Trennung vor, sondern überlässt den geschätzten Leserinnen und Lesern die Freiheit der Meinungsbildung - und das ist gut so.
Ich hoffe, dass “Gschriebm wia gredt” auch “kaft und glesn” wird.

Engelbert Lasinger
Buchbesprechung



Gschriebm wia gredt
Gedanga aus meim Lebmsradl
Lyrik in Mundart

„Und d`Politika lossn se sejm ois Vaschleierungsspezialistn missbraucha“, so schreibt sehr überraschend der ehemalige Vizebürgermeister von Asten bei Linz in einem seiner Gedichte. Mit diesen Worten zeigt Markus Bast, dass er einer sehr ehrlichen, aufrichtigen Politikergeneration angehörte, die die heutige Politik sehr kritisch betrachtet. Überraschend ist auch der Dialekt in einem Buch aus dem Linzer Raum. Wie der Autor selbst schreibt, war es ihm als geborener St. Marienkirchner bei „Schareng“ ein besonderes Anliegen, der Verflachung der oö. Dialektlandschaft durch seine Schreibweise im unterinnviertler Dialekt entgegenzuwirken. Was natürlich für den Leser etwas gewöhnungsbedürftig ist! Sich sprachlich durchzukämpfen, dient ein reichhaltiges Mundart-Glossar, sodass dieser Band auch dem Festhalten sprachlichen Kulkturgutes dient. Als Zielgruppe wünscht der Autor den „verstädterten“ Altinnviertlern so manches Aha-Erlebnis, wenn sie manches aus ihrer Kindheit entdecken sollten. Manches Gedicht wäre auch in der Sprache eines Vöest-Hacklers sehr reizvoll.

„Afm Laund bi ih afgwachsn. En d`Stodt hods mih eigschwoabt. En da Wirtschoft bi ih hängabliebm. Docht ho ih vui gscheite Leit kennaglernt.“ So beschreibt Markus Bast in „Bsinnnung“ prägnant seinen interessanten Lebensweg. Zahlreiche Erfahrungen auf diesem Weg finden wir in seinem vierten Buch. Er streift sehr aktuelle soziale Themen und kritisiert viel, was ihm missfällt. Man könnte vielen Gedichten einen aktuellen Zeitungsartikel von heute entgegenstellen. Der ehemals innviertler Bauernbub streift innviertler Brauchtum und Volkskultur, beschreibt auch „wia d`Sunn af mei easchte Liab gscheint hod und d`Woikn haums wieda vablosn“. Auch den Herrgott lässt der Autor durch den Band gehen, und er wünscht sich u.a. mit seiner Gattin „laungsam oid wean, solaungs en Oidn obm gfoit“ oder er bittet „Gib ma d`Haund, liaba Heagott und zag ma wias geht.“ Das ist erfreulich mutig und charakterfest für einen gestandenen Sozialdemokraten!

Manchmal spricht sehr deutlich das Herz eines Gewerkschafters, der sein soziales Gewissen stark artikuliert ( „Muasst hoid bis Siebzge hackln geh und gleih draf en d` Gruabm eh!“). In herkömmlichen Mundartbüchern ist vieles in dieser Deutlichkeit kaum zu finden. In „Da Heagott und d` Wöd“ drückt er seine Verzweiflung über die globalen Probleme ( Arbeitslosigkeit, Globaliesierung, Religion, Krieg, Terror, Armut ) aus, und wundert sich warum „da Heagott goa so laung schaut, bevua ra en Huat af sei Wöd oahaut“.
Ja, so zeigt sich Ingenieur Bast als Denker, als Vor-Denker, Nach-Denker, Mit-Denker und Quer-Denker, aber nicht als Technokrat, sondern als Mensch mit feinem Gespür für seine Mitmenschen in Beruf und Familie. Es ist bereichernd, dieses Buch zu lesen. So gesehen ist es ein seltenes Buch, das man wahrscheinlich öfters lesen muss, da man all die Gedanken nicht auf einmal verarbeiten kann. Darum soll man nicht „en Huat“ auf das Buch „drafhaun“, denn da würde einem viel entgehen.
Karlheinz Sandner