Anzinger Joschi 

Eisn en Feia

Gedichte in Mundart

Hardcover, Format 14,5 x 22 cm (Hochformat), 104 Seiten, ISBN 978-3-900050-80-5, Preis EUR 16,00; Ranshofen 2006

 

Vorwort
Ein Vorwort soll Interesse an dem wecken, was ihm, ebenfalls gedruckt – folgt; das Wort vor dem Wort soll andeuten, zusammenfassen,
erläutern, vorstellen, das Geschriebene anpreisen, vor dem eigentlich wichtigen Texten des Autors stehen und ganz bedeutsam – möglichst gescheit klingen.
Bei Joschi Anzingers jüngstem literarischem Werk wäre es besser, das Vorwort zu übergehen, vielleicht erst nachher zu lesen, um gleich zum Kern – zu des Dichters Zeilen zu
kommen – ohne Zeitverlust und mit frischem Geist. Joschi – der Name klingt melodisch passend für den Autor, fesselt ab
der ersten Zeile und Originalität und Spritzigkeit, Klangfarbe,Prägnanz und Tiefsinn, heitere Gelassenheit mit positiv
kritischer Lebenseinstellung machen ein vorwörtliches Herumdeuteln überflüssig.
Die Wurzeln seines Lebens lässt Joschi Anzinger immer wieder sichtbar werden, z. B. in „haomad“, die Fülle der Sprache in „unsa schbroch is a see“ und dabei blinzelt der feine Humor aus den Texten. Diese Freude am Erdensein sitzt tief in seiner Seele, lautstark lässt dies Joschi auch hören, z. B. in „defizidd“.
Die überaus originelle Schreibweise mit vielen Doppelkonsonanten, großbuchstabenlos – zwingt den Leser zum Langsamwerden und verlangt ein Wiederholen – eine Notwendigkeit
– die sich bei der Güte der Verse bezahlt macht. Von Joschi – schlau – wird der Konsument zur buchstäblichen Aufnahme der wörtlichen Köstlichkeiten gedrängt.
Franz Gumpenberger